Syrenhegn Sydfyn

Die Botanik auf dem Wanderweg des Inselmeeres

Foto: Destination Fyn

In der Landschaft um das Südfünische Inselmeer herum, durch die der Wanderweg des Inselmeeres verläuft, gibt es viele hübsche Blumen und vergessene essbare Kräuter. Machen Sie Ihre Wanderung zu einer Entdeckungsreise. Hier haben wir fünf spannende Pflanzen ausgewählt, die an mehreren Stell

Echter Meerkohl

Der Echte Meerkohl ist mit seinen bläulichen und sehr fleischigen Blättern eine charakteristische Pflanze. Die Pflanze kommt häufig im Südfünischen Inselmeer vor, wo sie zwischen Steinen wächst, wo Tang liegt oder lag. Hier holt sie sich ihre Nahrung an diesem ansonsten nahrungsarmen Standort.

Die Pflanze kann bis zu 60 cm hoch werden und blüht normalerweise im Juni und Juli mit vielen weißen Blüten. Später setzt sie kugelrunde, große Samen an. Wie der Name andeutet, gehört sie zur Kohlfamilie und ist wie der Rest der Familie essbar. Die Blüten ähneln etwas Broccoli, aber am besten sind die ersten knackigen Frühjahrstriebe, die nicht nur einen frischen Kohlgeschmack haben, sondern auch eine wahre Vitamin- und Mineralienbombe sind. 

Um das Jahr 1900 herum wurde sie in Feinkostgeschäften in Kopenhagen verkauft, und heute, etwa 100 Jahre später, erlebt sie durch die neue nordische Küche ein Revival. Seien Sie vorsichtig, pflücken Sie nur so viel, wie Sie benötigen und pflücken Sie nur ein paar Blätter von jeder Pflanze. Oder nehmen Sie etwas Saat mit für Ihren Gemüsegarten – so haben Sie eine schöne Erinnerung an Ihren Urlaub. 

Strand-Beifuß

Überall dort, wo die Strandwiese bis zum Salzwasser des Inselmeeres reicht, stehen die Chancen, Strand-Beifuß zu finden, gut. Er ist einfach zu erkennen, wenn er oft in großen Beständen steht, denn er leuchtet mit seinen silbergrauen, 1 mm schmalen Blättern in der Küstenlandschaft. Die Pflanze wird bis zu 60 cm hoch und blüht ungefähr im August mit kleinen gelben bis rotgelben Blüten.

Der Strand-Beifuß enthält viele Aroma-und Bitterstoffe, durch die er für Medizin gerne verwendet wird, u. a. den Stoff Santomin, der wirkungsvoll gegen Darmwürmer ist. Die Pflanze enthält so viele wirksame Stoffe und kann so viele Leiden kurieren, dass früher sogar Antialkoholiker den Extrakt in Form von Schnaps gegen Krankheiten zu sich nahmen.  

Heute ist er vor allem dafür bekannt, dem Schnaps Geschmack zu verleihen. Der fünische Maler Johannes Larsen empfahl einen Schnaps, in dem 12 Stunden lang Strand-Beifuß zog, der auf der Landzunge Fynshoved gesammelt wurde. Aber im Inselmeer gesammelter Strand-Beifuß wird es wohl auch tun. Man sollte es einfach ausprobieren. 

Flieder

Als man Ende des 18. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts die Höfe aus den Dörfern verlagerte, wurde es notwendig, die Ländereien zu markieren. Dies wurde auf viele unterschiedliche Arten gelöst, aber vor allem auf Südfünen (insbesondere auf Südwestfünen) wurde Flieder gepflanzt. Deshalb kommen wir heute an sehr vielen Orten in den Genuss der hübsch blühenden Fliederhecken, die sich durch die Landschaft schlängeln.  

Der Flieder ist sehr gut für eine Hecke geeignet, da er bereitwillig aus der Wurzel schießt, nachdem er zurückgeschnitten worden ist, und auch so eng stehen kann, dass es sogar einer Katze schwerfällt, die Hecke zu durchdringen. Deshalb ist die Fliederhecke ideal, um Tiere einzuzäunen, und nebenbei schützt sie die Felder vor dem Wind. 

Ursprünglich stammt der Flieder vom Balkan und aus Kleinasien, wurde aber schon 1650 als gewöhnliche Pflanze in dänischen Gärten erwähnt.  

Lerchensporn

Der Hohlwurzelige Lerchensporn ist eine charakteristische Pflanze für Südfünens Wälder mit nährstoffreichem Boden. Er bildet im Frühling gemeinsam mit den Anemonen oft enge und hübsche Teppiche im Wald. Mit seinen 6-16 purpurroten oder den etwas selteneren weißen Blüten ist er leicht zu erkennen.

Wenn man vorsichtig eine einzelne Pflanze ausgräbt, findet man unter der Pflanze eine Knolle, die, wenn man sie durchschneidet, hohl ist – daher der Name.

Eine weitere Pflanze, die typisch für Südfünen ist, ist der deutlich kleinere und unscheinbarere Kletternde Lerchensporn, der ab Juli kleine, gelbweiße Blüten hat. In Dänemark ist er ansonsten recht selten, aber auf Südfünen findet man häufig große Bestände, und er ist oft zu sehen, wenn man auf dem Wanderweg des Inselmeeres wandert. Hier muss man auf Abholzungen achten, häufig bei Nadelbaumplantagen.

Judasohr

Wenn man sich im Winter auf dem Wanderweg des Inselmeeres bewegt, lohnt es sich, nach dem Judasohr Ausschau zu halten, einem sehr charakteristischen Pilz, der vor allem auf alten Holunderbüschen wächst. Das Judasohr ist essbar, und mit seiner besonderen Lebensart und seinem typischen Aussehen ist es ein Pilz, den man ruhig pflücken kann.

Beim Geschmack scheiden sich die Geister, wenn er denn nach etwas schmeckt, die Konsistenz ist aber völlig einzigartig und in der asiatischen Küche sehr beliebt. Das Judasohr ist mit den schwarzen Pilzen verwandt, die man in asiatischen Tierfkühl-Gemüsemischungen aus dem Supermarkt findet, und ähnelt diesen.

Er macht sich sehr gut in Frühlingsrollen, Wokgerichten, Suppen etc. Er ist auch leicht zu trocknen und muss vor der Verarbeitung nur wieder eingeweicht werden, damit er so gut wie frisch ist. 

Der Legende nach bereute Judas, nachdem er Jesus verraten hatte, seine Tat und ging hinaus, um sich in einem Fliederbusch zu erhängen. Wenn man weiß, wie leicht ein Ast eines Fliederbusches bricht, kann man sich vorstellen, dass Judas’ Vorhaben nicht von Erfolg gekrönt war. Dort, wo sein Ohr auf den Busch traf, wuchs fortan der Pilz und soll bis in alle Ewigkeit an seinen Verrat erinnern.