1 Kirche

1 Kirche

Die Vor Frue Kirke wurde von Margrethe I. (1376-1412) im Jahre 1389 erbaut. Laut Aussage eines Priesters in den 1630ern wurde sie als Denkmal für den militärischen Sieg über den schwedischen König Albrecht von Mecklenburg errichtet, der die Vereinigung der drei Königreiche im Norden in der Kalmarer Union ermöglichte. Etwa 10 Jahre zuvor hatte sie 1377 Dänemark und Norwegen im Rahmen ihrer Vormundschaft für den Sohn Oluf auf dem Danehof auf Schloss Nyborg vereinigt. Die zwei ausschlaggebenden Ereignisse, die zur Bildung des geografisch größten Reichs Europas geführt hatten, sind deshalb mit der Geschichte der Stadt, der Kirche und des Schlosses verknüpft. Die Kirche hatte möglicherweise einen Vorläufer, den Margrethe erweiterte, es ist aber unter allen Umständen das einzige Monument in Dänemark, das einen direkten Bezug zur Etablierung der Kalmarer Union hat. Das Gebäude wurde 1428 fertig erstellt, als der Bischof Nafne den „Chor im heiligen Haus“ einweihte.

Es handelt sich um ein gotisches Gebäude mit drei Kirchenschiffen und einem geraden östlichen Abschluss. Im Innern kann man sehr deutlich die Abweichung der zwei Abschnitte sehen, besonders wenn man die Arkadensäulen betrachtet, da diese verschiedene Details aufweisen. Heute ist die Kirche
geprägt von der Restaurierung Ende des 19. Jahrhunderts. Vor dieser Zeit bestand die Kirche fast aus 5 Kirchenschiffen, weil an der Nord- und Südseite eine Reihe von Kapellen errichtet waren, die später zusammengebaut wurden und damit eine Art von Seitenschiffen ausmachten. 

Im östlichen Giebel hat die Kirche eine sogenannte Messeglockenturmspitze. Dieses Detail ist altersgleich mit dem Gebäude und auch bekannt von anderen Kirchen auf Fünen. Die Zwiebelkuppel, die den Turm schmückt, ist vermutlich aus dem Jahre 1779. Der westliche Turm ist der Kirche im Jahre 1581 hinzugefügt worden, und stand bis 1834 offen für den Stadtverkehr nach Nord und Süd. Der unterste Teil des Turmes ist aus Granitquadern aufgeführt und infolge schriftlicher Quellen – ein Geschenk vom König. Man beschreibt sie als ”graue, geschlagene Steine” und es ist durchaus möglich, dass diese Steine von der niedergerissenen Kirche im alten Stadtteil oder von der Kirche in Hjulby, stammen, die auch entfernt wurde nach der Reformation.

Das Taufbecken ist neugotisch und aus Marmor (1876), während ein romanisches Becken sich in der Südkapelle befindet. Die Kanzel ist aus dem Jahre 1653 und ausgeführt vom Meister Andreas Bildthauer. Caspar Finche, der Kunstschmied von Christian IV., hat ein sehr schönes schmiedeeisernes Gitter gefertigt. In der Kirche befinden sich eine Anzahl von Epitafien und Erinnerungstafeln.