Knut IV: König und Heiliger
In der Krypta unter dem Dom zu Odense kannst du Knut dem Heiligen noch heute ganz nahekommen – dem dänischen König, der 1086 in Odense getötet und nur wenige Jahre später heiliggesprochen wurde. Seine Geschichte verbindet die Königsmacht der Wikingerzeit mit dem christlichen Mittelalter und hat zugleich die Entwicklung der Stadt nachhaltig geprägt. Heute ist er mitten in Odense bestattet, nur wenige hundert Meter von dem Ort entfernt, an dem er sein Leben verlor.

Vom Wikingerkönig zum Heiligen
Knut der Heilige war von 1080 bis 1086 König von Dänemark. Er wollte sowohl die Macht des Königs als auch die Stellung der Kirche stärken, doch seine Politik stieß bei Adeligen und Bauern auf Widerstand.
Am 10. Juli 1086 suchten Knut und seine Gefolgsleute während eines Aufstands Zuflucht in der Sankt-Albani-Kirche in Odense. Dort wurde er gemeinsam mit seinem Bruder Benedikt getötet. Nur wenige Jahre später verbreiteten sich Berichte über Wunder an seinem Grab, und um das Jahr 1100 wurde Knut vom Papst heiliggesprochen.
Sein Tod bedeutete damit mehr als nur das Ende eines Königslebens. Knut war der letzte dänische König, dessen Herrschaft noch in der Königsmacht der Wikingerzeit verwurzelt war. Seine Heiligsprechung wiederum wurde Teil der Geschichte vom wachsenden Einfluss des Christentums und vom Übergang zum Mittelalter.
"In der niedrigen, stillen Krypta unter dem Dom zu Odense, der Sankt-Knuds-Kirche, stehen zwei einsame Schreine. Sie enthalten die sterblichen Überreste des letzten Wikingerkönigs, Knut des Heiligen, und seines Bruders Benedikt.
Wenn ich vor den beiden stehe und sie betrachte, muss ich unwillkürlich an die unermessliche Zeit denken, die vor uns gewesen ist – und an all die Zeit und die neuen Geschichten, die in der Zukunft noch auf uns folgen werden, wenn wir selbst längst tot und fort sind. Wir kennen viele Skelette aus der Wikingerzeit, doch die Krypta unter dem Dom von Odense ist der einzige Ort auf der ganzen Welt, an dem du die Überreste eines Wikingerkönigs sehen kannst."
Karsten Kjer Michaelsen, Archäologe und Museumskurator
Besuche Knut den Heiligen in der Krypta
Knut der Heilige ist noch immer hier. In der Krypta unter dem Dom zu Odense werden seine sterblichen Überreste zusammen mit den Schreinen von Knut und seinem Bruder Benedikt aufbewahrt.
Hier findest du außerdem Grabmäler mehrerer Mitglieder des dänischen Königshauses, darunter König Hans und Königin Christine. Auch das alte Mauerwerk der Krypta erzählt von den Kirchen, die an dieser Stelle standen, bevor der heutige Dom errichtet wurde.
Eine Geschichte, die Odense veränderte
Durch die Heiligsprechung Knuts wurde Odense im Mittelalter zu einem bedeutenden Pilgerziel. Menschen reisten hierher, um sein Grab zu besuchen, und die Verbindung zwischen Königsmacht, Kirche und Stadt prägte die Entwicklung Odenses über Jahrhunderte hinweg.
Zwischen Harald Blauzahns Ringburg am Nonnebakken und dem Grab Knuts des Heiligen im Dom entdeckst du deshalb einen wichtigen Teil der Geschichte Odenses: von der Wikingerzeit und dem Mittelalter, von Macht und Glauben – und von einer Stadt, die entstand.
Auf den Spuren der Wikinger in Odense
Knut der Heilige ist nur eine von vielen Geschichten, die du in Odense noch heute erleben kannst. Überall in der Stadt findest du Spuren von Königen, Kirchen, Grabstätten und historischen Denkmälern, die das heutige Odense mit der Stadt vor mehr als 1.000 Jahren verbinden.
Entdecke die Wikingerroute und finde weitere Orte, an denen die Geschichte noch immer direkt unter deinen Füßen liegt.
Zuletzt aktualisiert von:VisitOdensejmjen@odense.dk





