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Zapfenstreich

Der Zapfenstreich ist eine alte militärische Zeremonie mit musikalischer Begleitung.

Die Zeremonie in ihrer jetzigen Form stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und wurde in den meisten dänischen Garnisonsstädten angewandt, um die Soldaten aus Bierstuben und Marketendereien in ihre Quartiere und Kasernen zurückzurufen. Die Sitte war auch in anderen europäischen Städten verbreitet.

Das Wort Zapfenstreich ist aus ZAPFEN = Spund und STREICH = Schlag zusammengesetzt.

Während des Marsches durch die Stadt wurden die Wirtshäuser aufgesucht, in denen die Soldaten zechten. Der Unteroffizier vom Dienst schlug den Spundzapfen in die Biertonne oder machte einen Kreidestrich über das Spundloch – zum Zeichen, dass heute nicht mehr gezapft werden durfte.

Der Nyborger Zapfenstreich in seiner heutigen Form ist so genau wie möglich dem von 1869 nachempfunden, als die Nyborger Festung aufhörte zu existieren. In den Folgejahren wurden die meisten Festungswerke allmählich abgetragen, und parallel dazu änderten sich auch Sitten und Gebräuche. So kam auch der Zapfenstreich in den 1870er Jahren aus der Mode.

Im Gegensatz zu anderen Garnisonstädten „ging“ der Zapfenstreich in Nyborg nur dienstags um 21 Uhr mit Flöte und Trommel. Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass die Soldaten hier meistens privat und nicht in größeren Kasernen einquartiert waren. Damit war der praktische Zweck, die Soldaten aus den Schank- und Bierstuben nach Hause zu rufen, hinfällig. Der größte bekannte Zapfenstreich in Europa fand in 1872 in Berlin unter Beteiligung von 1.000 Musikanten statt.

Das 3. Jägerkorps, im Volksmund einfach „Nyborger Jäger“ genannt, wurde 1842 vom Kopenhagener Kastell nach Nyborg verlegt. Das Korps, das in Nyborg sehr beliebt wurde, zeichnete sich in den beiden Schleswigschen Kriegen aus. Wegen der besonderen Beliebtheit des Korps in Nyborg wird der Zapfenstreich heute in der grünen Uniform der Jäger durchgeführt.

Die Melodie, die zur Tradition gehört, stammt angeblich von einem englischen Volkslied aus dem Jahr 1720 und wurde in Dänemark erstmalig 1748 in Kopenhagen gespielt.

Im 19. Jahrhundert spielten in den Regimenten Jungen Trompete, Trommel und Flöte. Der weltberühmte fünische Komponist Carl Nielsen gehörte ebenfalls als Junge einem fünischen Regiment als Trompeter an.

An einer kostenlosen Führung durch Nyborg teilnehmen

Der Marsch beginnt am Wachhaus an der Kreuzung Adelgade/Strandvejen und verläuft anschließend durch die Straßen der Stadt. Auf dieser Strecke werden Sie an mehreren der einzigartigen und sehenswerten Orte in Nyborg vorbeigeführt, die auch zu einer Stadtführung gehören. Deshalb lohnt sich das Erscheinen zu dieser kostenlosen „Stadtführung“ mit musikalischer Begleitung. Anschließend können Sie sich näher über die vielen historischen Orte informieren. Die Tour dauert ca. 1 Stunde.