Gräber und Königsmord
Auf Fyn kannst du den Wikingern so nah kommen wie kaum irgendwo sonst – sowohl im Leben als auch im Tod. Besuche Ladby und steige hinab in das Schiffsgrab eines Wikingerkönigs – Dänemarks ältestes erhaltenes Königsgrab. Reise weiter nach Odense und entdecke Spuren und Funde einer der fünf Ringburgen, die als greifbarer Beweis für die Vereinigung Dänemarks unter Harald Blauzahn gelten. Und erlebe, wie die Wikingerzeit mit dem Tod des letzten Wikingerkönigs endet.


Die Welt des Ladby-Königs
Die Geschichte der dänischen Könige beginnt offiziell mit Gorm dem Alten und Harald Blauzahn. Doch wenn du genauer hinschaust, merkst du schnell: Die Geschichte reicht viel weiter zurück. Überall im Land haben Archäologen beeindruckende Hallen und große Siedlungen freigelegt – klare Spuren einer Zeit, in der bereits mächtige Herrscher das Land prägten. In Lejre etwa, das lange vor und weit hinein in die Wikingerzeit ein echtes Machtzentrum war. Bei Erritsø in Jütland. Und auf Fyn, in Ladby, wo ein außergewöhnlich reicher und einflussreicher Mann seine letzte Ruhe fand – in Dänemarks einzig bekannter Schiffsgrabstätte. Das geschah im Jahr 925. Kurz bevor Gorm der Alte den Thron bestieg. Neue archäologische Erkenntnisse haben unser Bild verändert: Der Mann, der in dem Wikingerschiff bestattet wurde, war nicht nur ein Häuptling – er war ein König. Und genau hier kannst du etwas erleben, das es so kein zweites Mal auf der Welt gibt. Du trittst hinein in die geheimnisvolle Dunkelheit eines Wikingerkönigsgrabes. Langsam gewöhnen sich deine Augen an das schwache Licht. Und dann zeichnet sie sich vor dir ab: die Schiffsgrabstätte des Wikingerkönigs. Genau an dem Ort, an dem die Bestattung vor über 1.100 Jahren stattfand. Du stehst mitten in Dänemarks ältestem Königsgrab.
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Sieh die Welt des Ladby-Königs von oben vom Munkebo Bakke
Auf dem Weg zum oder vom Vikingemuseet Ladby lohnt sich ein Abstecher zum Munkebo Bakke (siehe Karte). Vom Gipfel aus hast du einen beeindruckenden Blick über das Land des Ladby-Königs. Hier konnten die Wikinger fremde Schiffe schon aus großer Entfernung erspähen – ein strategisch wichtiger Ort mit militärischer Bedeutung. Eine klassische Wikingerhalle Auf dem Hügel sind die Pfostenabdrücke zweier Hallen zu sehen. Die eine stammt aus der Eisenzeit, die andere war eine klassische Wikingerhalle mit den Maßen 8 × 26 Meter. Schau nun nach Süden über den Kertinge Nor. Etwas weiter links, dort, wo sich die Bucht verengt, errichteten die Wikinger einst eine Pfahlsperre, um fremden Schiffen das Eindringen zu erschweren. Mit hoher Wahrscheinlichkeit diente der Nor als Winterlager für eine größere Wikingerflotte. Der Ladby-König war zu seiner Zeit eine bedeutende Machtfigur.
WeiterlesenDie versteckte Ringburg von Odense ist die am besten erhaltene
Um das Jahr 700 herum tauchte etwas Neues in der Landschaft der Dänen auf. In diesen Jahren begann die Stadtbildung –und tatkräftige Menschen legten den Grundstein für die spätere Stadt Odense.
Die Entstehung von Städten war eine Folge der Zentralisierung der Macht, die in der Wikingerzeit stattfand. Die Arbeit wurde spezialisierter, der Handel weitet sich aus. Neue Technologien wie die Wassermühle kamen auf. Die Landwirtschaft wurde effizienter, mehr Land konnte bewirtschaftet werden, und mehr Menschen konnten ernährt werden. Die soziale Komplexität nahm zu, und als Krönung des Ganzen gründeten Gorm der Alte und Harald Blauzahn eine neue Königsdynastie.
Harald Blauzahn demonstrierte seine Macht mit monumentalen Bauprojekten
Die großen Ringburgen waren ein zentraler Bestandteil dieser Strategie. Eine dieser monumentalen Anlagen mit ihrer strengen, geometrischen Symmetrie entstand an dem Ort, den wir heute als Nonnebakken in Odense kennen – direkt südlich des Odense Å.
Die Ringburg macht den Einfluss der Zentralmacht auf das Land greifbar und zeigt Haralds finanzielle sowie militärische Stärke. Die Ringburg auf Nonnebakken geriet lange in Vergessenheit und wurde übersehen. Bereits um 1100 entstand an diesem Ort ein Nonnenkloster – daher der Name. In den frühen 1900er Jahren wurden große Teile des Walls abgetragen, und die Stadt wuchs um und über die Anlage hinweg. Doch archäologische Ausgrabungen und Georadaruntersuchungen belegen, dass große Teile der ursprünglichen Befestigungsanlage noch gut erhalten unter der Oberfläche liegen.
UNESCO Welterbestätten
Nonnebakken und die vier weiteren Ringburgen – Borgring, Aggersborg, Fyrkat und Trelleborg – wurden 2023 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Wenn du die Burg auf Nonnebakken besichtigen möchtest, starte im TID – Museum für Odense – und sieh dir die Ausstellung an, bevor du den Spuren der Wikinger in die Stadt folgst.
Der gewaltsame Tod des letzten Wikingerkönigs
Hier in Odense kann die Wikingerzeit symbolisch zu Grabe getragen werden – mit der Ermordung von Knut IV. Er war der letzte dänische König, der versuchte, England zurückzuerobern und das Nordseereich wiederherzustellen. Schon als junger Mann wurde er zum Kriegerkönig ausgebildet und versuchte noch vor seiner Thronbesteigung, England einzunehmen. Er stellte eine große Flotte von möglicherweise 200 Schiffen zusammen. Zu Beginn der Wikingerzeit wäre das eine beeindruckende Streitmacht gewesen, doch Mitte des 11. Jahrhunderts hatten die Engländer aus ihren Erfahrungen gelernt, und Knut musste eine Niederlage hinnehmen. Deshalb setzte er alles auf eine neue Expedition in den Jahren 1085/86. Einer Quelle zufolge mobilisierte er bis zu tausend Schiffe, die sich im Limfjord versammelten und zum Aufbruch bereit waren. Zusätzlich hätte er womöglich über seinen Schwiegervater in Flandern Zugang zu weiteren 600 Schiffen gehabt.
Gejagt, gefangen, getötet
Knud wurde durch Unruhen an der südlichen Grenze aufgehalten, sodass die Flotte nie in See stach. Statt Reichtum und Ruhm in England zu erlangen, sah er sich plötzlich mit einer Rebellion konfrontiert.
Er wurde durch Jütland gejagt und suchte schließlich Zuflucht auf dem königlichen Gut in Odense, wo er sich in Sicherheit wähnte. Doch der Aufstand ließ sich nicht niederschlagen, und am Ende floh Knud in die Albanikirche, wo er getötet wurde.
Du kannst deine forensischen Fähigkeiten selbst auf die Probe stellen, wenn du Knud in der Krypta unter der St.-Knuds-Kirche – der Kathedrale von Odense – besuchst und versuchst, die Todesursache zu entdecken. (Tipp: Achte auf einen Bruch am Kreuzbein.)
Von Knud IV. zu Knud dem Heiligen
Gerüchte über Wunder an Knuds Grab und geschickte politische Einflussnahme durch die königliche Macht führten dazu, dass Knud bereits im Jahr 1100 heiliggesprochen wurde. Diese Ernennung stärkte das Bündnis zwischen Kirche und Krone, indem sie eine direkte Verbindung zwischen König und Gott herstellte – ein Vorteil sowohl für die katholische Kirche als auch für die königliche Herrschaft.
Die Heiligsprechung machte Odense zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Pilger strömten in großer Zahl in die Stadt, was für wirtschaftliches Wachstum sorgte und dazu beitrug, Odense zu einer der führenden Städte des Mittelalters zu machen.
Finde den Weg zu deinem Wikingererlebnis


Starte deine Tour in Odins Vi im TID
Odense ist die Stadt der Wikinger. Hier ließ Harald Blauzahn eine Ringburg errichten – das größte Bauwerk auf Fyn seiner Zeit. Heute ist die Stadt über der Burg gewachsen. Beginne deine Tour deshalb im TID-Museum, bevor du dich auf die Spuren der Wikinger begibst, die Überreste der Ringburg erkundest und dem letzten Wikingerkönig in der Kathedrale begegnest.

Triff den letzten Wikingerkönig
Knud IV. war ein Kriegerkönig mit ausgeprägtem strategischem Gespür. Er schmiedete eine mächtige Allianz in Flandern und war in den Jahren 1085 und 1086 bereit, seinen großen Plan zur Eroberung Englands in die Tat umzusetzen. Doch etwas lief schief. Knud fand sein Ende vor dem Altar der Albani-Kirche – getötet von kriegsmüden Bauern.

Bestaune Dänemarks einziges Schiffsgrab
Ladby ist der einzige Ort der Welt, an dem du direkt in den Grabhügel des Ladby-Königs eintreten kannst. Hier stehst du vor dem Schiff, in dem vor 1100 Jahren ein mächtiger König in seinem Kriegsschiff bestattet wurde. Dänemarks ältestes Königsgrab ist ein absolutes Muss für alle, die sich für die Welt der Wikinger interessieren.
Spis som en viking
Tre naturoplevelser på din vej rundt
Setze deine Reise auf der Wikingerroute nach Jütland und Seeland fort
Entdecke Harald Blauzahns beeindruckende Ravning-Brücke und den Denkmalplatz in Jelling – Zeugnisse seiner Größe, aber auch seines Falls. Diese Bauwerke forderten Blut, Schweiß und Unmengen an Holz und kosteten ihn letztlich den Thron. Reise weiter nach Seeland, wo fünf originale Wikingerschiffe und eine rekonstruierte Wikingerhalle von den Seefahrern erzählen, die Skandinavien mit der Welt verbanden.
Folge den Spuren der Wikinger














